Zum diesjährigen musikalischen Bezirkstreffen wurden die Anwesenden von Alexander Seiz, dem Vorstand unseres gastgebenden Vereins Akkordeonclub Waldstetten e.V. und von Michael Rembold (Bürgermeister Waldstetten) begrüßt.
Michael Rembold hieß die Anwesenden in der Hauptstadt des Ehrenamts herzlich willkommen. Waldstetten kann sich mit über 70 ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen in der Tat als reiche Stadt bezeichnen.
Ein herzlicher Dank ging im Rahmen der Begrüßung an Cornelia und Heiko Cammerer, die zusammen mit Alexander Seiz und seinem Vereinsteam diese gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Es ist eine schöne Tradition, die unser heute Ehrenvorsitzender Reinhold Haas vor Jahren ins Leben rief als er 1. Vorstand des DHV Bezirk Schwaben war. Er entschied sich damals bewusst für ein Treffen auf freundschaftlicher Basis und für musikalischen Austausch und gegen eine wettbewerbsgeprägte Atmosphäre. Diesen freundschaftlichen Geist des musikalischen Bezirkstreffens wollen wir auch weiterhin aufrechterhalten!
Nach jahrelangem Einsatz für den Bezirk gab Reinhold Haas am heutigen Tag sein Amt als Beisitzer für nachfolgende Generationen frei. Wir danken Reinhold Haas von Herzen für seinen persönlichen Einsatz! Mit seinem umfassenden Wissen hat er den Ausschuss erst als Vorstand und anschließend als Beisitzer und Ehrenvorsitzender stets bereichert und anstehende Themen vorangebracht.
Das Bezirkstreffen 2026 im Jahr des Akkordeons streifte diverse aktuelle Themen, von der Nachwuchsförderung über die Frauenquote bis hin zur Digitalisierung. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung vom Musikhaus Koppold in Backnang und dem Akkordeonhaus Hemgesberg in Lonsee. An den Ständen der Aussteller konnten Interessierte eine kleine, aber feine Auswahl an Instrumenten finden und fanden auch Ansprechpartner für nötige Reparaturen an ihrem eigenen Instrument.
Zur Frauenquote in Führungspositionen trug das Akkordeon Orchester Felkel aus Ulm bei. Die Leitung des Orchesters hatte an diesem Tag Rebecca Pongs, die das Orchester souverän auf seinem musikalischen Ocean Liner am Küsten-Pub vorbei über die vom Mondschein erleuchteten Wellen der Four Seaside Sketches von Ian Watson dirigierte.
Der Auftritt des Akkordeon-Orchesters Allmendingen e.V. beinhaltete neben ihrem besonderen Schlachtruf (den jeder interessierte Leser aus dem Bericht des Bezirkstreffens 2024 selbstverständlich inzwischen auswendig beherrscht) noch eine weitere Besonderheit: Sie saßen nicht nur mit dem Instrument des Jahres – dem Akkordeon – auf der Bühne, sondern brachten zusätzlich das Instrument des vergangenen Jahres – die Stimme – mit auf die Bühne. Gerhard Hammer nahm uns mit auf eine Reise über den Wolken, im Pink-Medley animierte das Orchester das Publikum mit zu klatschen und in ihrem Abschluss-Stück Ghostbusters fingen sie keine Geister, sondern die Aufmerksamkeit des Publikums durch den Specialeffekt einer aufheulenden Sirene erneut ein.
Das im Jahr 2025 gegründete Bezirks-Jugend-Projekt-Ensemble bot eine schwungvolle Performance und legte sich bei seinem Auftritt, der zugleich den Abschluss des Projekts darstellte, nicht nur musikalisch ins Zeug sondern auch körperlich in die Kurve. Rhythmisch sicher zog das Ensemble an Flowers vorbei zum Schloss Lichtenstein. Von Rittern und Prinzessinnen ging es dann über zur anatomisch inkorrekt, allerdings musikalisch perfekt dargebotenen Barbie. Im Techno-Beat verabschiedete sich das Jugend-Ensemble, das mit seinen druckfrischen T-Shirts nicht nur musikalisch, sondern auch optisch einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Der Dirigentenstab wurde in diesem musikalischen Marathon anschließend von Cornelia Cammerer, die das Akkordeonorchester Allmendingen und das Bezirks-Jugend-Projekt-Ensemble dirigierte, an Silvia Richter, die Dirigentin des Handharmonika Spielrings Schnaitheim 1935 e.V. übergeben. Der Schnaitheimer Verein verbindet den sozialen Zusammenhalt seiner Mitglieder gerne mit Aktivitäten und so kommt es nach ihrem Motto „mit Musik geht alles besser“ beispielsweise zu Wanderausflügen mit anschließendem Auftritt. Ganz im Zeichen der Digitalisierung standen nicht nur Notenständer mit Tablets auf der Bühne. Schnaitheim hat in seiner Runde zudem ein digitales Akkordeon im Einsatz.
Der Harmonika Verein Ulm Söflingen kann neben seinem Akkordeonorchester sogar ein eigenes Mundharmonika-Orchester sein Eigen nennen. Das Akkordeonorchester mit seiner internationalen Musikerfahrung in Form einer Konzertreise nach Finnland und internationaler Wettbewerbe in Kopenhagen in der Tasche bot dem Publikum einen melodischen Ausblick auf die Skyline und am Horizont erblickte Gigolos und testete bei Sweet Caroline die Textsicherheit der Zuhörenden.
Die Harmonika-Projektgruppe des DHV Bezirk Schwabens durchreiste mit ihrem Pixner-Repertoire mehrere Taktarten und Tempi. Die Projektgruppe wurde spielerisch von Franz-Christian Schneidermeyer geführt. Dabei schwang zwar kein Dirigent den Taktstock, dafür schwangen Anwesende im Publikum beim Katrin Boarischen und der Pretuler-Polka das Tanzbein und hatten mindestens genauso viel Freude dabei wie die Spielenden auf der Bühne.
Der Harmonika Club Nellingen reiste mit 55 Personen insgesamt an, wovon 35 aktive Spielende im Orchester waren. Nellingen stellte nicht nur das größte Orchester, sondern auch das Orchester mit dem interessantesten Stammbaum: 3 Ehepaare spielten zusammen im Orchester und 6 Kinder saßen zusammen mit ihren Eltern musizierend auf der Bühne. In Nellingen sitzt der Vorstand in der 4. Stimme – eine kleine Spontan-Umfrage ergab die Erkenntnis, dass auch in Waldstetten, bei Felkel in Ulm und in Allmendingen der Vorstand in der 4. Stimme spielt. Statistiker und Zukunftsvisionäre werden an dieser Stelle eventuell einen Zusammenhang erkennen…Nachdem der Harmonika-Club Nellingen dem Publikum mit Bon Jovi´s Runaway eingeheizt hatte, nahm die Bezirksdirigentin Cornelia Cammerer ihre zentrale Position erhöht stehend auf einem Tisch für das gemeinsame Abschluss-Stück Sofia ein. Nicht nur das Abschluss-Stück, sondern auch die Eindrücke des gesamten Tages dürften bei den Musizierenden und den Zuhörern noch eine ganze Weile motivierend nachhallen.
Wir danken allen Teilnehmenden, Ausrichtenden, Ausstellenden und Zuhörenden für diesen schönen gemeinsamen Tag und schließen mit den Worten des Waldstettener Bürgermeisters Michael Rembold:
„Willst du froh und glücklich sein, musst du Akkordeonspieler sein“.








